Erste DG-PRO Fachtagung:
Die Patient*innenperspektive im Mittelpunkt
Ende Mai fand in den Räumen der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin die erste Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für patientenberichtete Outcomes und Gesundheitsdaten statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Erfahrungen, Bedürfnisse und Bewertungen von Patientinnen und Patienten besser erfasst und stärker in Forschung, Versorgung und gesundheitspolitische Prozesse integriert werden können.
Zum Auftakt blickten Prof. Matthias Rose und Dr. Johannes Clouth auf die Entwicklung der Patientenperspektive innerhalb der Medizin zurück. Sie zeigten auf, wie sich patientenberichtete Gesundheitsdaten von einem spezialisierten Forschungsfeld zu einem wichtigen Baustein einer modernen, patientenzentrierten Gesundheitsversorgung entwickelt haben.
Einen Überblick über den aktuellen Stand der patientenzentrierten Forschung gab PD Dr. Felix Fischer, Leiter des Center for Patient-Centered Outcomes Research (CPCOR) der Charité Berlin und neuer Vorstand der DG-PRO. Er betonte die großen Fortschritte, die in den vergangenen Jahren bei der Berücksichtigung der Patientenperspektive erzielt wurden, verwies aber auch auf weiterhin bestehende Herausforderungen in Wissenschaft und Praxis.
Neue Impulse für die Qualitätssicherung in diesem Bereich setzte die designierte Vorsitzende PD Dr. Christine Blome vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit der Vorstellung der COSMIN Reporting Guidelines 2.0. Die überarbeiteten Empfehlungen sollen dazu beitragen, Studien zu patientenberichteten Outcomes transparenter und besser vergleichbar zu machen.
Die gesundheitsökonomische Bedeutung patientenberichteter Daten stand im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Axel Mühlbacher (Hochschule Neubrandenburg). Er verdeutlichte, dass die Bewertung von Behandlungsergebnissen häufig auf komplexen Abwägungen beruht und nicht allein durch objektive Kennzahlen bestimmt wird.
Keynote Speech von Prof. Kevin Weinfurt
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Prof. Kevin Weinfurt von der Duke University (USA). Der international anerkannte Experte erläuterte die zunehmende Relevanz patientenzentrierter Endpunkte in klinischen Studien sowie deren wachsenden Einfluss auf regulatorische Entscheidungen.
30. Verleihung des Quality of Life Preises der Lilly Deutschland Stiftung
Die Fachtagung bot außerdem einen feierlichen Rahmen für die Verleihung des 30. Quality of Life Preises durch die Lilly Deutschland Stiftung. Im Fokus der diesjährigen Jubiläumsverleihung standen erneut herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die einen direkten Beitrag zur Verbesserung der Patientinnen- und Patientenerfahrung leisten. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, die prämierten Projekte einzusehen und sich über aktuelle Forschungsansätze auszutauschen. Informationen über die Preisträger*innen und prämierten Arbeiten finden Sie hier.
Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung!
Podiumsdiskussion: Konsens für eine stärkere Einbindung der Patient*innenperspektive
Zum Abschluss diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen. Dabei wurde deutlich, dass die stärkere Einbindung der Patientenperspektive inzwischen als gemeinsames Ziel von Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik verstanden wird.
Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den inspirierenden Austausch und freuen uns bereits auf die nächste DG-PRO-Fachtagung im Jahr 2027.